Vertrauensperson Hausarzt
Die gesetzlich Versicherten in Deutschland nutzen die freie Arztwahl in den allermeisten Fällen, um sich einen Hausarzt zu suchen, dem sie vertrauen. Im Regelfall kennt die ganze Familie den Arzt seit Jahren und ist von ihm auch in schweren Zeiten gut versorgt worden. Da ist es kein Wunder, dass der Hausarzt in Umfragen unter Versicherten stets das höchste Vertrauen ausgesprochen bekommt. Für das Gesundheitsbarometer 2009 der Beratungsfirma Ernst & Young (PDF) etwa gaben 93 Prozent der Befragten an, ihrem Hausarzt zu vertrauen – damit liegt er vor Facharzt, Krankenhausarzt, Apotheker und Heilpraktiker. Auch die Politik kennt diese seit Jahrzehnten bestehende Bindung und möchte sie zum Wohle aller unterstützen.
Die hausärztliche Versorgung ist stark gefährdet
Die hausärztliche Versorgung in Deutschland ist allerdings stark gefährdet: Bis 2020 wird es ca. 15.000 Hausärzte zu wenig geben, wenn die Entwicklung nicht gestoppt wird. Erst Anfang 2009 wies der unabhängige Sachverständigenrat der Bundesregierung in einem Sondergutachten (PDF) auf dieses Problem hin:
„Die hausärztliche Versorgung erfüllt im deutschen Gesundheitswesen wesentliche Funktionen der gesundheitlichen Primärversorgung. Auf ihre nachhaltige Funktionsfähigkeit kommt es daher entscheidend an, um die gesundheitlichen Belange der Bevölkerung in Deutschland sichern zu können. Die gesonderte Betrachtung der hausärztlichen Versorgung erscheint derzeit besonders notwendig, weil auf der einen Seite ihre Nachhaltigkeit nicht gesichert erscheint (u. a. „Nachwuchsmangel“), auf der anderen Seite mit dem demografischen Wandel und der Veränderung des Krankheitsspektrums der Bevölkerung gerade auf die primärmedizinische Versorgung der häufigen Gesundheitsprobleme besondere Herausforderungen zukommen.“

